Zugfahrt nach Venedig

Samstag, 08.09.2018

Heute geht es mit der Bahn nach Venedig. Mit reichlichem Zeitpolster verlassen wir um 10.00 Uhr unser Hotel und fahren mit der Metro zum Hauptbahnhof. Hier ist was los! Ein großes, sehr schönes und imposantes altes Bahnhofsgebäude. U-Bahnen, Regionalbahnen und Fernzüge haben eigene Bereiche. Wir schauen uns alles an. Ich versuche immer noch ein Tabacchi zu finden, in dem ich Briefmarken kaufen kann. Angeblich verkaufen alle Tabacchi Briefmarken. Bisher habe ich jedoch noch keine kaufen können. Im Bahnhof finden wir jedoch eine Post. Hier muss man eine Nummer ziehen, sonst passiert gar nichts. Nicht jeder Schalterbeamter hat Lust eine neue Nummer aufzurufen. Endlich bin ich dran und gebe meine Bestellung auf. Der Schalterbeamte verschwindet in den hinteren Büros und taucht erst 5 Minuten später wieder auf. Er entschuldigt sich für die Wartezeit und zum Glück hat er auch die Briefmarken gefunden. Dann wird mir noch umständlich eine Rechnung ausgestellt.

Jetzt wird es Zeit zum Bahnsteig zu gehen. Im Gegensatz zu Deutschland steht nicht fest, auf welchem Bahnsteig der Zug abfährt. Das erfährt man erst 15-20 Minuten vorher auf einer großen Schautafel. Zu dem Bahnsteigen hat man nur Zugang, wenn man ein gültiges Ticket vorlegen kann.

Wir stehen mit unserem Gepäck in einem Pulk mit vielen anderen Reisenden und blicken auf die Tafel. Immer wenn auf der Tafel einem Zug ein Bahnsteig zugeordnet wird, macht sich ein Schwung Reisende auf den Weg und der Pulk formiert sich neu. Endlich wird unser Zug aufgerufen. Jetzt spurten wir los. Abfahrt ist um 11.45 Uhr. Hier gibt es auf den Bahnsteigen automatische Wagenstandsanzeigen. Toll!

Wir fahren mit Trenitalia. Die Reiseagentur hat ein Ticket der 2. Premium Klasse gebucht. Der Waggon ist komfortabel, es gibt genug Platz für das Gepäck. Wie im Flugzeug kommt ein Steward vorbei und serviert eine kleine Flasche Wasser, einen kleinen Snack und ein Heiß- oder Kaltgetränk. Sogar eine Tageszeitung gab es. So macht das Bahnfahren Spaß.

Wir fahren am Lago Maggiore vorbei und haben einen schönen Blick auf den See. Um 14.10 Uhr treffen wir pünktlich in Venedig ein. Im Bahnhof essen wir einen Snack bevor wir uns auf den Weg zum Lido machen. Wir können aus einer großen Auswahl lecker belegter Panini, Toast, Fladenbroten etc. wählen. Vieles wird vor dem Servieren noch getoastet. Ein bißchen gewöhnen müssen wir uns daran, dass man zunächst an der Kasse zahlt und dann mit dem Bon zur Theke geht und unter Vorlage des Bons das Bestellte ordert. Zum Glück stehen hier Nummern an den Schildern, so dass wir auch bekommen, was wir uns wünschen.

Wir kaufen zwei 7-Tage Tickets für das Vaporetto und mit der Linie 5.1 geht es zum Lido. Es ist ein herrlicher Sommertag und schon wieder ziemlich heiß. Zum Glück weht auf dem Wasser eine frische Brise. Auf dem Lido fahren wir mit dem Bus eine Station (das Vaporetto Ticket gilt auch für den Bus) und müssen dann noch ein Stückchen zum Hotel laufen. Auf dem Weg ist ein kleiner Supermarkt, bei dem wir später öfter einkaufen.

Unser Hotel (Venezia 2000 Hotel und Residence) ist das letzte Haus an der Straße direkt am Strand. Wir haben ein Zimmer im 1. Stock und blicken auf das Meer. Wir ziehen uns schnell um und gehen an den Strand. Hier ist noch viel los. Das Wasser ist warm und der Strand fällt flach ab. Nach dem Spaziergang am Wasser gehen wir beide schwimmen. Leider begegnet uns eine Nesselqualle im Wasser. Mich hat es am Handgelenk und am Bein erwischt. Es brennt ziemlich. Aber meine Cortison Creme hilft. Allerdings hat mir die Begegnung die Lust am Baden versaut. Steffen kann sich ohnehin nicht für das Baden in der Natur begeistern. In den nächsten Tagen wird es beim Strandspaziergang bleiben. Wieder im Hotel nutzen wir die Happy Hour und nehmen einen Aperitif. Mein Sprizz ist zwar günstig, aber auch ziemlich wässerig.

Unser Hotel auf dem Lido

Eine ziemlich aufgeblähte Pizza Calzone für Steffen zum Abendessen
Danach bummeln wir durch die Hauptstraße auf dem Lido und essen gegen 20.00 Uhr zu Abend. Hier sind viele Stechmücken unterwegs, so daß wir nach dem Essen nicht lange bleiben.

Im Hotel sehen wir uns noch eine Folge Shameless an. Dann versuchen wir zu schlafen. Allerdings feiert die Strandbar in der Nähe ihren Saisonabschluß und es ist ziemlich laut.