Mailand Tag 4

Freitag, 07.09.2018

Heute sind wir etwas später dran. Wir laufen zunächst zu einer Markthalle, die wir am Dienstag entdeckt hatten, allerdings war sie da geschlossen. Jetzt ist sie geöffnet, aber viele Stände sind noch zu. Den Grund erfahren wir etwas später: Auf der Suche nach einem Laden, der SIM Karten verkauft, entdecken wir in einer Seitenstraße einen riesigen Wochenmarkt auf den sich wohl sonst keine Touristen verirren. Neben Obst, Gemüse, Käse, Gewürzen, Fisch und Fleisch und sonstigen Lebensmitteln umfaßt das Angebot alles, was man braucht: Kleidung, Schmuck, Haushaltswaren, Reinigungsmittel, Kurzwaren, Schreibwaren, Tierfutter, Ziervögel etc. Keine Weiße Ware und große Elektrogeräte, aber sonst ist alles da. Auf dem Markt kaufen und verkaufen auch viele Immigranten, so daß ich beim Obst und Gemüse viel Unbekanntes entdecke. Leider sind die Schilder auf italienisch.

In einer kleinen Bäckerei kaufen wir noch ein Teilchen (Preis nach Gewicht, nicht pro Stück) und nehmen dann die Metro, um zum Technik und Leonardo da Vinci Museum zu fahren.

Auf dem Weg kommen wir noch an der Kirche vorbei, wo das Gemälde „Das letzte Abendmal“ zu sehen ist. Möchte man es sehen, muss man die Karten aber weit im voraus buchen. Da wir keine Tickets haben ziehen wir weiter, kaufen gegen 13.00 Uhr in einer Bäckerei noch einen leckeren Snack und gehen dann ins Museum.

Das Modell eines von Leonardo entworfenen Taucheranzugs

Viele seltsame Maschinen nach Zeichnungen von Leonardo da Vinci
Der „da Vinci“ Teil besteht hauptsächlich aus Modellen, die anhand seiner Zeichnungen ausgeführt wurden. Im Technik Teil ist es zeitweise sehr laut, da die Produktionsgeräusche (Bergbau, Metallgewinnung, etc.) imitiert werden. Außerdem sind die Räume nicht klimatisiert und die Ausschilderung auf englisch ist eher mager. Als wir eine Pause einlegen wollen, müssen wir feststellen, daß die „Picknick Area“ am Freitag bereits um 15.00 Uhr schließt. Uns bleiben nur die Getränkeautomaten und eine Ecke im Gang mit harten Stühlen.

Diese kleine Flagge war auf dem Apollo 11 Flug dabei
Kosmonautenanzug aus dem gescheiterten Mondprogramm der UdSSR
Allerdings sind die Kaffeeautomaten bemerkenswert. Durch die Glasscheibe kann man seinem Getränk bei der Herstellung zuschauen. Die Kaffeebohnen werden immer frisch gemahlen. Die Zuckerzugabe kann genau dosiert werden. Zunächst dachten wir, das Gerät wäre speziell für das Technikmuseum konzipiert. Aber später haben wir es überall wiedergesehen (Flughäfen, Bahnhöfe etc.)

Gegen 16.40 Uhr verlassen wir das Museum und fahren Richtung Navigli. Es ist ein schöner Sommerabend und noch immer recht warm. Wir schauen uns das Viertel etwas genauer an. Für meine Halsschmerzen und den Durst kaufe ich ein Granite. Später nehmen wir in einer Bar am Kanal einen Aperitivo ohne Snack. Bier für Steffen, Fanta für Heike. Hier reiht sich Bar an Restaurant, dazwischen kleine Ateliers. Später suchen wir uns ein Restaurant und essen nach italienischer Sitte erst gegen 19.45 Uhr zu Abend. Es gibt Pasta. Für mich Spaghetti Cacio e pepe, für Steffen Carbonara (echte, d.h. ohne Sahne).

Diese Busattrappe im Wasser macht Werbung für einen Spider Man Film

Eisdiele mit historischer Einrichtung


Gegen 21.15 Uhr sind wir wieder im Hotel

Fazit Mailand: eine moderne italienische Stadt und Modemetropole, die gut zu Fuß und mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erkunden ist. Die Metro ist modern und sehr sauber. Wir sehen auch keine Raucher oder Obdachlose auf den Bahnsteigen.

Der Straßenverkehr ist laut und wird auch abends nicht weniger. Hauptsächlich sind Kleinwagen, Motorräder und Motorroller unterwegs. Für die Roller und Motorräder gibt es überall eingezeichnete passende Miniparkplätze. Die Radfahrer wursteln sich irgendwie so durch. Auch durch die Fußgängerzone.

Die Wohnhäuser wirken nach außen unspektakulär und manchmal leicht verwahrlost, aber wenn mal eine der torgroßen Eingangstüren aufsteht, erhascht man oft einen Blick auf eine Idylle: hübsche Innenhöfe, Conciergelogen und schöne Gärten.

Die Frauen und Männer sind elegant gekleidet. Coffee to go Becher gibt es nicht auf der Straße. Man trinkt seinen Cafe in der Bar am Tresen und zieht dann weiter.