Rom Tag 2

Montag, 17.09.2018

Das Frühstück hier ist nicht im Preis inklusive, aber für 5 Euro pro Person können wir daran teilnehmen. Wir nehmen das Angebot wahr. Danach laufen wir zum Mercato. Unser Weg führt uns durch eine „China row“ Jede Menge kleine von Asiaten betriebene Shops verkaufen den billigen Ramsch in großen Mengen, den dann später die afrikanischen Straßenhändler weiterverkaufen.

Die Markthalle ist in einer ehemaligen Kaserne untergebracht und wir sind vermutlich die einzigen Touristen hier. Viele Migranten und einige kleine Nonnen kaufen hier ein. Die Lebensmittel sehen sehr ansprechend aus und das Angebot ist sehr vielfältig. Aber reiche Römer kaufen hier nicht ein.

Wir verlassen die Markthalle und laufen wieder Richtung „Epizentrum“. Es ist heiß und schwül und wir durchqueren ungepflegte Parks, in denen die Abgehängten ihre Zeit verbringen. In den Palmen kreischen die Papageien. Sie machen einen Höllenlärm. Wir sind überlegen, ob die Vögel hier heimisch sind, oder von entflogenen Haustieren abstammen.

Nun erreichen wir das Colosseum. Wir möchten nur den Platz überqueren, werden aber gefühlte 20 mal angequatscht: "Tickets?" "Skip the line?" "Water?" "Fächer?" "Sonnenschirm?". Dazu die Hitze und die Menschenmengen. Mir reicht es schon wieder. Wir laufen weiter am Circus Maximus vorbei zur Tiberinsel. Wir schauen in die Kirche. Wie an fast allen Kirchen sitzt eine Bettlerin davor. Ob die Kirchengemeinden diese Plätze offiziell vergeben? Danach werfen wir einen Blick in das Krankenhaus, in der Hoffnung, dort eine Toilette zu finden. Gefunden haben wir sie auch, aber leider wurde sie gerade gründlich gereinigt und war daher geschlossen.

Die Überreste

von Circus Maximus
Wir verlassen die Insel. Auf dem Weg zum Campo Fiori durchqueren wir das Ghetto. Einen jüdisch geprägter Stadtteil von Rom. Auf dem Campo Fiori ist Markt. Obst und Gemüse für die Römer, Limoncello in Flaschen in der Form von männlichen Genitalien für die Touristen. Sehr schön... Weiter geht es Richtung Piazza Navona. In einem Museumscafe kann ich endlich aufs Klo hüpfen. Auch hier wie so oft kein Klopapier. Aber ich bin ausgerüstet. Immerhin gibt es eine Klobrille. Irgendwo in Italien muß es große Lagerhallen geben, voll mit geklauten Klobrillen. Da es hier viele Unisextoiletten gibt, ist der Klobrillenmangel nicht so angenehm.

Wir essen in einem kleinen Sandwichladen und vernaschen anschließend in der Eisdiele, die 150 Sorten im Angebot hat, ein Eis.

Schon in Venedig haben es mir die Wachssiegel angetan. Jetzt muss ich endlich noch ein Siegel kaufen. Mit Holzaufsatz soll es 20,50 Euro kosten. Ich zücke die Kreditkarte. Jedoch akzeptiert der Laden die Karte erst ab einer Kaufsumme von 25,00 Euro. Wir schmeißen unsere Barschaften zusammen und kommen auf 19,40 Euro. Das war für den Verkäufer auch ok. Allerdings gab es keinen Kassenbon...

In den Supermärkten genau das Gegenteil. Meinen 50 Euro Schein bin ich nicht losgeworden, aber ein Wasser für 0,58 Euro mit Kreditkarte zahlen? Gerne.

Wir laufen an der sogenannten Spanischen Treppe vorbei. Hier bündeln sich die Luxusläden. Auf dem Weg zum Hotel schauen wir auch im Flagship Store des Luxuskaufhauses Rinascente herein. Hier ist die Terrasse geöffnet und bietet einen tollen Blick über die Stadt. Im Keller kann man alte römische Wasserleitungen besichtigen, die beim Bau des Gebäudes gefunden wurden.

Gegen 16.30 Uhr sind wir wieder im Hotel. Steffen hat erhöhte Temperatur und legt sich ins Bett. Für Morgen haben wir eine Führung durch das unterirdische Rom gebucht, da wollen wir beide fit sein. Ich kaufe für Steffen noch Getränke und ein Sandwich ein, dann gehe ich selber in einem kleinen Laden um die Ecke etwas essen.